Politiker bekannten sich zum Christsein


Erster Bezirkskirchentag am 24.09.2017 in Eberbach. 


Erster Bezirkskirchentag in der Region übertraf Erwartungen der Veranstalter


Mit rund 700 Besuchern auf dem ersten Bezirkskirchentag (24.09.2017) in der Region Kleiner Odenwald, Rhein-Neckar und Elsenztal am Wahltag zum deutschen Bundestag zeigten sich die Veranstalter mehr als zufrieden. Auch einige Bürgermeister, Lokal- und Bundespolitiker und Vertreter der katholischen Kirche nahmen teil.

 

„Ich war dabei, weil ich es wichtig finde, Ökumene zu leben und als Christin Verantwortung zu zeigen“, begründete Sabine Schweiger, Bürgermeisterin in Aglasterhausen und Mitglied der katholischen Kirche ihre Mitwirkungen im Gottesdienst des Bezirkskirchentages. Das Fazit des evangelischen Bürgermeisters Peter Reichert aus Eberbach nach dem Bezirkskirchentag „segensreich“ lautet: „Ich möchte streitbar und standhaft sein wie Martin Luther ohne verletzend zu wirken. Ich möchte so intelligent sein wie der Reformator Philipp Melanchthon. Ich möchte gesegnet sein, damit ich Herausforderungen, die auf mich warten, gerecht werden kann.“

 

Landrat Stefan Dallinger sagte in seinem Impuls zum reformatorischen Motto „Ich bin so frei“ im Gottesdienst, er sei dankbar für die Freiheit, die Gott ihm als Christen geschenkt habe. Diese Freiheit wolle er verantwortlich leben. Wegweisung seinen ihm dazu die zehn Gebote.

 

Dr. Cornelia Weber, die als Stellvertreterin des Landesbischofs aus Karlsruhe nach Eberbach kam, sprach sich für ein Miteinander der Kirchen „in versöhnter Verschiedenheit“ aus. Dass aus der katholischen und der evangelischen Kirche in absehbarer Zeit eine gemeinsame Kirche werden, konnte sich keiner der katholischen und evangelischen Kirchenvertreter, die an diesem Tag zu Wort kamen, vorstellen. Vielmehr vertraten alle, dass es wichtig sei, die eigene Identität und Besonderheit zu leben und anzunehmen und gerade deshalb offen sein zu können für die jeweils andere Kirche.

 

In gemeinsamen Fürbitten am Schluss des Gottesdienstes bat Diakon Joachim Szendzielorz von der katholischen Seelsorgeeinheit Neckartal-Hoher Odenwald darum, Gott möge gegenseitige Schuld und Verletzungen von den Christen nehmen und ihnen helfen, ein Zeichen des Friedens zu setzen. Ebenso beteten in Eberbach evangelische und katholische Christen gemeinsam für ein verantwortungsbewusstes Handeln der Politiker in Deutschland und in der Welt.

 

„Nicht immer waren die Kirchen, im Streit um die richtige Gestalt des Glaubens, für die Menschen ein Segen“, so Dekan Ekkehard Leytz. „Umso mehr freut es mich, dass heute – wie selbstverständlich – ein katholischer Priester in einem evangelischen Gottesdienst mitwirkt, dass ein katholischer Prior in unserer Talkrunde gemeinsam mit der Stellvertreterin des evangelischen Landesbischofs auftritt, dass evangelische und katholische Christen sich gemeinsam im Dienst der Nächstenliebe engagieren und miteinander feiern.“

 

Wichtig sei, als Kirchen gemeinsam öffentlich die Stimme zu erheben wo es um Frieden und Gerechtigkeit gehe und sich in sozialen Fragen in der Gesellschaft zu engagieren. Zum Beispiel sei noch mehr Einsatz nötig als bisher, wenn es um die Pflege alter Menschen geht, so Weber.

 

Prälat Dr. Traugott Schächtele würdigte in seiner Predigt das Engagement von Christinnen und Christen in der Politik, den Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit und den Einsatz der ehrenamtlich Mitarbeitenden im Kirchenbezirk. Dabei verwies er auf die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Werner Ebinger, der kürzlich für 47 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit in der evangelischen Kirche mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.

 

Schächtele ermutigte in seiner Predigt dazu, die ökumenischen Bemühungen zu vertiefen: „Es ist höchste Zeit, den Reichtum der Reformation zu teilen.“ Evangelisch zu sein sei durchaus etwas Besonderes, gerade in der Region.

 

Anlass für den ersten Bezirkskirchentag in der Region war das Jubiläumsjahr der Reformation: „500 Jahre Reformation, ein Segen für die Region“. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „segensreich“ mit Gottesdienst, Talkrunden, Musik und Angeboten für Kinder und Jugendliche. Auf einem Markt der Möglichkeiten präsentierten sich zahlreiche Gemeinden und Einrichtungen. Zum Kirchenbezirk Neckargemünd-Eberbach gehören 29 Gemeinden mit rund 31.500 Mitgliedern.

 

>> Mehr Infos über den Kirchenbezirk auch auf: www.kbz-ne-eb.de