Ökumene im Reformationsjahr


„Segensreich“ ist das Motto unseres kleinen Kirchentages zum großen Reformationsjubiläum. Seien Sie herzlich willkommen und feiern Sie mit!

 

Lassen Sie sich anstecken von der Fröhlichkeit der Sängerinnen und Sänger! Genießen Sie die Festlichkeit der Bläser und der Orgel! Seien Sie gespannt auf die Predigt unseres  Prälaten und das Gespräch mit der Stellvertreterin unseres Landesbischofs!

 

Entdecken Sie, wie vielfältig christlicher Glaube sich entfaltet – im Leben der Gemeinden, im Handeln der Diakonie, in der Bildungsarbeit und in den Aktionen mit Kindern und Jugendlichen!

 

Nicht immer waren die Kirchen, im Streit um die richtige Gestalt des Glaubens, für die Menschen ein Segen. Der häufige Wechsel des Bekenntnisses in unseren kurpfälzischen Gemeinden bald nach der Reformation brachte viel Unruhe. Die erbitterten Konfessionskriege, in die viele politische Interessen mit hineinspielten, brachten enormes Leid über die damalige Bevölkerung. Und noch im letzten Jahrhundert gab es viel Streit zwischen Ehepartnern verschiedener Konfessionen und deren Familien.


Umso mehr freut es mich, dass heute – wie selbstverständlich – ein katholischer Priester in einem evangelischen Gottesdienst mitwirkt, dass ein katholischer Prior auf unserem Podium gemeinsam mit der Stellvertreterin des evangelischen Landesbischofs auftritt, dass evangelische und katholische Christen sich gemeinsam im Dienst der Nächstenliebe engagieren und miteinander feiern.

 

Vieles, was damals in der Reformation angefangen hat, gehört heute zum Selbstverständnis aller christlichen Kirchen:

  • Wir feiern Gottesdienste auf Deutsch, in unserer Volkssprache;
  • die Gemeinde bezeugt ihren Glauben durch das Singen von Liedern;
  • die Bibel als Urkunde unseres Glaubens ist allen Menschen in ihrer Sprache zugänglich;
  • Jungen und Mädchen werden gleichermaßen unterrichtet, auch anhand der biblischen Schriften. 
Manches, was seinen Ausgang in der Reformation nahm, gehört bis heute zum Profil der evangelischen Kirche: 
  • die Einladung zum Heiligen Abendmahl mit Brot und Wein;
  • Pfarrerinnen und Pfarrer, die von ihren Gemeinden gewählt werden;
  • die Leitung der Kirche durch gewählte  Älteste und Synodale auf allen Ebenen unserer Kirche;
  • das Angebot zur Konfirmation für Jugend­liche an der Schwelle zum Erwachsenwerden. 

Segensreich wirkt unsere evangelische Kirche dort, wo Gottes Liebe unser Herz erreicht und wir bei Gott einen tragenden Grund für unser Leben finden.  Zum Segen werden wir, wo Jesu Liebe zu den Menschen uns anspornt zu helfen und zu trösten, zu feiern und miteinander zu teilen.

 

So wünsche ich Ihnen und uns allen einen gesegneten Tag – ganz persönlich und für unsere ganze Region. 

 

Ihr Ekkehard Leytz,

Dekan im Kirchenbezirk Neckargemünd-Eberbach