Der erste Bezirkskirchentag in Eberbach


In Eberbach findet am 24. September der erste Kirchentag im Kirchenbezirk Neckargemünd-Eberbach unter dem Motto „segensreich“ statt. Erwartet werden rund 600 kleine und große Kirchentagsbesuchende aus der ganzen Region. Anlass ist das Jubiläumsjahr der Reformation: „500 Jahre Reformation, ein Segen für die Region“. Ein Gespräch dazu mit Ekkehard Leytz, Dekan des Kirchenbezirks Neckargemünd-Eberbach.



Dekan Ekkehard Leytz lädt ein: Hier auf dem Leopoldsplatz in Eberbach sind das Bühnenprogramm und der Markt der Möglichkeiten geplant.

Bild: A. Schmidt



Herr Dekan Leytz, warum macht der Kirchenbezirk einen eigenen Kirchentag?

Leytz: Wir wollen ein Highlight setzen im Jubiläumsjahr der Reformation. Damit viele Menschen beteiligt werden, veranstalten wir einen Kirchentag. Viele Gemeinden und kirchliche Dienste werden mitwirken.

 

Es gibt bereits zahlreiche Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum in diesem Jahr. Musste es dann noch ein eigener Kirchentag sein?

Leytz: Ja, es gibt viele Veranstaltungen dazu in diesem Jahr. Der Bezirkskirchentag soll eine Veranstaltung sein, an der wir gemeinsam feiern. Er wendet sich auch nicht nur an Christen, sondern an alle, die interessiert und neugierig sind, was wir zu bieten haben. Es wird viel Musik geben, einen Festgottesdienst, ein Bühnenprogramm, ein großes Angebot für Kinder und Jugendliche und natürlich einen Markt der Möglichkeiten.

 

Was unterscheidet den Bezirkskirchentag von den zahlreichen anderen kirchlichen Veranstaltungen im Lutherjahr?

Leytz: Es ist uns wichtig, dass sich der Kirchenbezirk auch einmal gemeinsam zeigt. Auf dem Bezirkskirchentag werden Kräfte gebündelt. Viele Ideen und viel Tatkraft aus den Kirchengemeinden fließen ein. Unser Kirchenbezirk ist sehr ländlich strukturiert. Er reicht vom Elsenztal über die Region Neckar bis zum Kleinen Odenwald. Prominente Leute werden dabei sein wie zum Beispiel die Stellvertreterin unseres Landesbischofs, Dr. Cornelia Weber, Pater Ambrosius, Prior des Stift Neuburg, unser Prälat Dr. Traugott Schächtele, Landrat Stefan Dallinger. Außerdem werden Martin Luther und sein Freund Melanchthon auftreten. In den Metropolen gibt es viele kirchliche Ereignisse. Wir wollen auch in den ländlichen Gebieten Ereignisse schaffen. Auf dem Bezirkskirchentag können Menschen zusammen kommen und miteinander feiern. Eingeladen sind auch die Kirchengemeinden aus dem hessischen Neckartal zum Beispiel aus Hirschhorn und Neckarsteinach.

 

Wie kamen Sie auf das Motto „segensreich“?

Leytz: Kirche wirkt segensreich überall da, wo Gottes Segen weitergegeben wird. Das geschieht in den Gemeinden. Das geschieht da, wo Christen einladen zu Gottesdiensten, wo Menschen besucht werden, wo Gemeinschaft gestiftet wird. Das geschieht in den Gruppen und Kreisen der Gemeinden. Segensreich wirken auch unsere diakonischen Dienste wie zum Beispiel die Diakonie in Eberbach, die Hospizgruppen, Besuchsdienste, die Johannes Diakonie in Mosbach und Schwarzach. Sie alle helfen Menschen unabhängig von Religion und Kirchenzugehörigkeit.

 

Es ist Ihnen wichtig, auf dem Bezirkskirchentag auch ökumenische Akzente zu setzen. Warum?

Leytz: Es gehört für mich dazu, dass wir auf so einem Bezirkskirchentag als Kirchen zusammen wirken. Das tut unserem evangelischen Profil keinen Abbruch. Wir wollen Gemeinschaft leben und gestalten als Christen. Die katholische Kirchengemeinde in Eberbach wird ihren Gottesdienst extra am Vorabend feiern, damit katholische Christen an unserem Festgottesdienst teilnehmen können.

 

Wie zeigt sich denn das evangelische Profil auf dem Bezirkskirchentag?

Leytz: Zunächst einmal dass viele verschiedene Personen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen im Gottesdienst mitwirken. Menschen, die Christen sind, aber nicht nur kirchliche Amtspersonen. Das Priestertum aller Gläubigen war ein Anliegen Martin Luthers. Deshalb gehört es zu unserem evangelischen Profil. Luther hat viel Wert gelegt auf vielfältige Kirchenmusik. Deshalb werden wir viel Musik machen und hören auf dem Bezirkskirchentag, zusammen singen und musizieren. Mehr als 180 Sängerinnen und Sänger werden dabei sein. Dazu 50 Bläserinnen und Bläser aus dem gesamten Kirchenbezirk. Auch Bildung spielt für das evangelische Profil eine große Rolle. Martin Luther hat sie in Deutschland möglich gemacht. „Erwachsen glauben“ heißt eine Aktion, die Christen über ihren Glauben auskunftsfähig machen will. Darüber hinaus wird Das Geistliche Zentrum Klosterkirche Lobenfeld auf dem Bezirkskirchentag zeigen, dass evangelisches Profil viel mit Gebet und der Begegnung mit Gott in dieser Welt zu tun hat.

 

Der erste Bezirkskirchentag ausgerechnet am Sonntag der Bundestagswahl…

Leytz: Wir haben mit den Planungen unserer Veranstaltung bereits von zwei Jahren begonnen. Da stand noch nicht fest, dass am 24. September die Wahl sein würde. Wie der Wahlsonntag sich auswirken wird, wissen wir noch nicht. Unser Festgottesdienst beginnt erst um 10.30 Uhr in der Stadthalle in Eberbach. So besteht die Möglichkeit vorher wählen zu gehen. Wer den Sonntag gern etwas ruhiger angehen möchte, kann seine Stimme ja auch per Brief abgeben.