Ein Raum für Kirche, Kino oder zum Party machen


Alle zogen an einem Strang. So entstand das neue Jugendprojekt des Kirchenbezirkes Neckargemünd-Eberbach.

 

Fahrer Claus Gafner.

 

Alexander Gramlich und Mark Hoffmann von der Bezirksjugend mit der selbst gebauten Bar.

 

Ein Jugend-LKW hat am Sonntag seinen ersten Auftritt in Eberbach


Anfangs war es nur die „verrückte“ Idee eines Einzelnen. Dann haben mehr als dreißig Jugendliche und Erwachsene samt Bürgermeister, ein Unternehmer und die Synode des Kirchenbezirkes Neckargemünd-Eberbach mit geholfen. Und jetzt gibt es ihn, den ersten Jugend-LKW in der Region. Seinen ersten Auftritt hat er am Sonntag beim Bezirkskirchentag in Eberbach. Dort ist der stattliche 40-Tonner Teil des Kinder- und Jugendprogramms.

 

Die Idee hatte Dirk Ender, Jugendpfarrer im Kirchenbezirk Neckargemünd-Eberbach. „Wir haben einfach mal so herum gesponnen. Ein Raum sollte es sein, mit dem man herumfahren kann, den wir für und mit Jugendlichen gestalten. Eine mobile Jugendkirche für Jugendliche,“ erläutert Ender. Unternehmer Werner Fischer in Sinsheim stellte einen 40-Tonner zur Verfügung und Jugendliche aus Meckesheim, Strümpfelbrunn, Wiesenbach und anderen Gemeinden im Kirchenbezirk setzten sich zusammen und überlegten, was man in einem 13 Meter langen und 2,5 Meter breiten Laderaum alles machen kann.

 

Mark Hoffmann (25) aus Wiesenbach ist einer von ihnen: „Da ist ein Raum in dem alles passieren kann. Das Schöne ist: Man kommt und es ergibt sich einfach was. Daraus wird dann eine große Sache. Als wir die Bar eingebaut haben, kamen welche und haben mitgemacht. Am nächsten Tag kamen andere. Es ist einfach Gemeinschaft. Leute kommen, zeigen Interesse, bringen sich ein, gehen wieder. Wir werden gucken wie der LKW angenommen wird, was man noch alles damit machen kann. Das ist ein ständiger Entwicklungsprozess.“

 

Auch Alexander Gramlich (20) aus Strümpfelbrunn war dabei: „Wir haben einen Palettenboden reingelegt, Lampen angebracht und eine Bar installiert. So als Aufenthaltsraum. Wer den LKW bucht, kann ihn selbst gestalten zum Beispiel als Kirche, als Kino oder als Partyraum.“

 

„Der Laderaum soll Jugendliche anregen selbst zu überlegen, was sie damit machen wollen,“ stellt sich Bezirksjugendreferentin Angelika Löffler (Neckargemünd) die zukünftige Nutzung vor. „Als wir mit dem Einbauen der Bar fertig waren, haben wir zusammen mit den Jugendlichen eine Andacht drin gefeiert.“

 

Das Geld für das bisher einzigartige Jugendprojekt in der Region kommt vom Kirchenbezirk. Die Bezirkssynode hat für die nächsten zwei Jahre für den LKW 10.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Unterhaltung und laufenden Kosten übernimmt auch weiterhin die Fischer GmbH & Co.KG in Sinsheim. Fahrer werden den die zehn Jahre alte Zugmaschine mit Aufleger Claus Gafner und sein Sohn Jonas. Gafner: „Da wir keine Berufskraftfahrer sind, sondern das ehrenamtlich machen und zu zweit fahren, werden wir nicht in die Gefahr kommen, Lenkzeiten zu überschreiten, wie es ein LKW-Fahrer befürchten muss, wenn er neben seinem eigentlichen Job auch noch in seiner Freizeit einen LKW fährt.“ Auf die Frage warum sich der Kirchenälteste aus Sinsheim in das Projekt einbringt, sagt er: „Weil ich Christ bin und für die Jugend immer ein offenes Ohr habe.“

 

Auch Bürgermeister Maik Brandt aus Meckesheim und Bauhofleiter Wolfgang Dollinger unterstützen die Jugendlichen. Dank ihnen kann der LKW vorerst auf dem Meckesheimer Festplatz stehen.

 

Auf dem Bezirkskirchentag am Sonntag können Jugendliche selbst zur Gestaltung des LKW beitragen.

 

>> Ort: Unter dem Pulverturm im Ortskern von Eberbach.